Sonntag, 30. April 2017

Lesetipp - Rezension zu Alia Cruz' "Isle of Gods - Die Kinder von Atlantis"


Autor: Alia Cruz
Verlag: Impress
Seiten: 290
Preis: 3,99€ (Ebook)
Erschienen: 04/2017
Genre: Jugendfantasy
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**Nur die Stärksten des Landes dürfen um deine Hand anhalten…**
Um sich selbst vor dem Aussterben zu bewahren, entsandten die griechischen Götter einst fünf direkte Nachkommen auf die versunkene Insel Atlantis. Dort sollten sie bis zu ihrem Erwachsenenalter ein behütetes Leben führen, um sich nach dem Eintreten ihrer göttlichen Fähigkeiten mit den Stärksten der Insel zu paaren und Kinder zu gebären. So lautet die Legende, die Isabel ein Leben lang begleitet hat. Sie ist eine der fünf Auserwählten, nun fast volljährig und immer noch ohne göttliche Eigenschaften. Sie lebt in Luxus und Überfluss, während die anderen Jugendlichen der Insel in Arenakämpfen ums Überleben und um die Hand eines der Götterkinder ringen. Darunter auch der momentane Champion Quinn, der nichts von der Legende hält…



Ein romantisch, exotisches (ein bisschen an die Südsee erinnerndes) Cover lädt zum Lesen ein und hat bei mir falsche Erwartungen geweckt. Oh Gott, das klingt jetzt fatal, aber so ist es gar nicht gemeint, denn die Geschichte hat definitiv mehr zu bieten, als das Titelbild erahnen lässt.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Selbst die Wirrungen der Götterwelt werden anschaulich und gutverständlich beschrieben. Auch die verschiedenen Figuren werden sehr lebendig beschrieben und ich konnte mich sehr leicht in die Protagonisten einfühlen.
Die Handlung spielt hauptsächlich auf Atlantis, allerdings wird der Leser Abschnittweise in die Vergangenheit entführt, anhand derer die Gegenwart erläutert wird. Nach und nach versteht man so, wie das alles miteinander verwoben ist und warum gewisse Entscheidungen getroffen wurden und die Dinge sind, wie sie sind. Ich weiß, das klingt alles furchtbar kryptisch, aber ich will euch nicht zu viel verraten, denn die Erzählung, die zwischen den Buchdeckeln wartet, ist definitiv um einiges actionreicher, spannender und geheimnisvoller, als sein Äußeres verspricht. Mir persönlich hat sehr gut gefallen, dass die Liebesgeschichte in diesem Buch zwar präsent aber nicht die Handlung dominiert hat. Die Handlung ist abwechslungsreich und regt des Öfteren zum Nachdenken an. Mich hat besonders die Theorie beeindruckt, dass die Götter nur dann existieren können, wenn die Menschen an sie glauben und da dieser Glaube über die Jahrhunderte immer weniger wurde, verloren die Götter ihre Macht und Stärke.




Eine sehr unterhaltsame Geschichte mit überraschend und unerwartet viel Tiefgang. Die Mischung aus verschiedenen mystischen Gottheiten, dem sagenumwobenen Atlantis, Intrigen und einer Liebesgeschichte, die zwar einen Handlungsstrang des Romans darstellt, sich aber nicht in den Vordergrund drängt. Eine absolute Leseempfehlung für Fans gefühlvoller Fantasy.




Samstag, 29. April 2017

Lesetipp - Rezension zu Anna Baseners "Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte"


Autor: Anna Basener
Seiten: 320
ISBN: 978-3847906254
Preis: 16,90€ (Print) / 12,99€ (Ebook)
Erschienen: 03/2017
Genre: Humor (ab 16)
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Die Omma ist eine Ruhrpottikone. Sie war mal Wirtschafterin im Puff, bis sie den brutalen Zuhälter nicht mehr ertragen und ihn kurzerhand mit einer Flasche Korn erschlagen hat. Als die Mitzi, ehemalige Prostituierte und enge Vertraute der Omma, plötzlich stirbt, bricht die Omma alle Zelte in Essen ab und zieht zu ihrer Enkelin Bianca. Nach Berlin-Kreuzberg. Bianca wundert sich sehr, dass die vitale Mitzi plötzlich tot sein soll und die Omma ihr geliebtes Essen verlässt. Bianca stellt immer mehr Fragen - bis sie eine Antwort erhält, die sie nicht hören wollte ...




Dieses Buch zu beschreiben, ist wahrlich eine Herausforderung und ich habe mir lange Gedanken dazu gemacht, denn hinter dem Zigarettenschachtel-Cover und dem provokanten Titel verbirgt sich eine krasse Geschichte, die mich mehr als einmal verstört hat.
Aber eins nach dem anderen.
Die Sprache ist witzig und ungewöhnlich, denn auch wenn man sich recht schnell an den ausgefallenen und teils diffusen Satzbau des Pott-Dialekts in den Dialogen gewöhnt hat, so gab es dennoch das ein oder andere Wort, dass ich einfach nicht zuordnen konnte (was ist ein Schabau????).
"Wenn die Damen nicht weiterwussten, haben sie die Omma gefragt. Denn dem Herbert ist manchmal die Hand ausgerutscht, und da brauchte es einfach jemanden, der zurückschlägt. Da flogen dann die Ohrfeigen hin und her, dank der Omma war das keine Einbahnstraße." S. 10/ Position 87

Die Charaktere, puhhh, wo fang ich an, wo hör ich auf… Ich glaube, das sind alles Unikate, die mich zum einen erschrecken und zum anderen grenzenlos unterhalten. Die Autorin hat extrem tief in der Klischee-Kiste gewühlt und die Figuren teilweise so überspitzt beschrieben, dass sie in ihrer Art extrem und sehr skurril wirken, wobei man ihnen definitiv einen gewissen Charme zugestehen muss. Persönlich bin ich mit keiner der Figuren richtig warm geworden, denn zum einen ist mir die Welt, in der sie leben (gelebt haben) sehr fremd und zum anderen konnte ich einige ihrer Entscheidungen nicht wirklich verstehen… (Ja, meiner Meinung nach, hat sich Bianca für den Falschen entschieden!)
Das Buch spricht gesellschaftliche Tabuthemen an und zeigt deutlich (teilweise auch ziemlich schonungslos und brutal), dass es einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen Sexarbeiterinnen und Zwangsprostitution gibt, der leider sehr oft nicht gesehen wird oder werden will.
Der Roman hat mich gefordert, denn ich wusste manchmal nicht, wohin bringt mich diese Geschichte. Was will die Autorin bezwecken? Gibt es einen roten Faden, den die Erzählung verfolgt, oder ist es nur eine Aneinanderreihung von Effekthascherei. Zum Ende hin hat sich dann aber alles aufgelöst und geregelt, doch dazwischen empfand ich es zum Großteil als ein heilloses Durcheinander (wenn auch ein recht witziges).




Dieses Buch ist wie ein Autounfall, man will nicht gaffen, kommt aber irgendwie doch nicht dran vorbei. Ich konnte es einfach nicht weglegen, auch wenn es mich teilweise aufgeregt und genervt hat, bevor es mich im nächsten Moment zum Lachen brachte.
Dieses Buch hat an den Festen meiner heilen Welt gerüttelt, mir meine (teilweise) vorhandene Doppelmoral vor Augen geführt, mich unterhalten und dennoch manchmal extrem strapaziert. Ab und an dachte ich: „What the f….?“ und dennoch konnte ich es nicht weglegen und wollte wissen, wie es weitergeht. Nichts für prüde Gemüter und zartbesaitete Leser, und dennoch ist es ein wahnsinnig interessantes Leseexperiment gewesen, das ich allerdings erst ab 16 empfehlen würde.


"Der Ernst des Lebens ist ein Komiker und ein Arschloch." Position 124





Dienstag, 25. April 2017

Neuerscheinung - Lesetipp - Rezension zu Juliet Ashtons "Das Glück wohnt in der Ivy Lane"


Seiten: 400
ISBN: 978-3499290466
Preis: 9,99€ (Print) / 9,99€ (Ebook)
Erschienen: 04/2017
Genre: Belletristik /Frauenroman
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Notting Hill: ein Ort für Liebe, Familie, Freundschaft - und herzerwärmende Schicksale
Eigentlich wohnt Sarah gerne in der Ivy Lane im Westen Londons. Die Hausgemeinschaft ist bunt, man hilft sich aus. Doch seit kurzem ist die Idylle zerbrochen, denn Sarahs Ex-Mann wohnt jetzt ein Stockwerk tiefer - bei seiner neuen Frau. Sarah ist am Boden zerstört und sucht plötzlich die Nähe zu den anderen Nachbarn. Vor allem zu Jane und Tom, den neuen Bewohnern im Hochparterre. Sie helfen Sarah wieder auf die Beine. Trotzdem: Sich neu zu verlieben kommt für Sarah nicht in Frage. Ein Flirt mit Tom schon gar nicht. Schließlich möchte sie keine glückliche Ehe zerstören. Nur eins ist klar: Wenn das Glück in die Ivy Lane zurückkehren soll, dann muss ein Wunder geschehen. Oder am besten gleich mehrere …



Ein süßes Cover, typisch für die Juliet Ashton-Romane, hat mich neugierig gemacht auf die neueste Geschichte der Autorin. Auch der Klappentext konnte mich überzeugen und so habe ich das Buch am Wochenende gemütlich auf der Couch begonnen und nicht mehr aus der Hand gelegt.
Ich hatte schon einige kurzweilige Lesestunden erwartet, doch das mich das Buch dermaßen fesseln und überzeugen würde, damit habe ich nicht gerechnet.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr gefühlvoll. Er lässt einen durch die Seiten gleiten und man hat beim Lesen das Gefühl, mit der Geschichte zu verschmelzen.
Sarah und die anderen Bewohner des blauen Hauses in der Ivy Lane sind so herrlich normal, dass man sie (die meisten zumindest) direkt ins Herz schließt. Sie alle haben ihre Probleme und Lebensgeschichten, die sie geprägt haben. Es ist spannend den einzelnen Figuren bei ihrer persönlichen Entwicklung zuzusehen, wobei natürlich die von Sarah im Vordergrund steht.
Was mir zu Beginn der Lektüre sehr geholfen hat, war die Zeichnung des blauen Hauses, auf der den einzelnen Wohnungen ihre Bewohner zugeordnet sind. Das hat mir sehr viel vereinfacht und ich muss gestehen, ich hab öfter mal geschaut, wer jetzt genau in Wohnung C oder Wohnung F wohnt.
Die Erzählung verlor in ihrem Verlauf nie an Dynamik, denn die Autorin hat auf wunderbare Weise immer wieder neue spannende und vor allem unerwartete Handlungsbögen eingebaut. Bis zur letzten Seite habe ich mitgefiebert und mir gewünscht, auch ein Teil dieser wundervollen Hausgemeinschaft zu sein.
Nur einen kleinen Kritikpunkt habe ich leider zu bemängeln, denn der Klappentext passt nicht hundert Prozentig zu dem Roman. Allerdings stellt man das erst beim Lesen fest, wobei das natürlich dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut und somit für mich auch nicht in die Bewertung einfließt. Schade finde ich es im Nachhinein dennoch.



"... Wir haben alle diese Trauer eines Verlusts in uns. Es sei denn, wir haben nie geliebt. Das wäre ein noch weit größerer Verlust."

Mavis im Gespräch mit Sarah, S. 97.




Ein wundervoller Liebesroman, der sehr viel Gefühl, Geheimnisse, Wirrungen und eine riesige Portion englischen Charme enthält. Juliet Ashton hat mich mit diesem Buch absolut begeistert und ich habe die abwechslungsreichen Stunden in der Ivy Lane im Herzen von Notting Hill sehr genossen. Ich freu mich schon auf weitere Geschichten aus ihrer Feder und kann das Buch allen Fans von Liebes- und Frauenromanen nur empfehlen.




Montag, 24. April 2017

Lesetipp - Rezension zu Markus Heitz' "Des Teufels Gebetbuch"


Autor: Markus Heitz
Verlag: Knaur
Seiten: 672
ISBN: 978-3426654194
Preis: 16,99€ (Print) / 14,99€ (Ebook)
Erschienen: 02/2017
Genre: Mystery-Thriller
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Der ehemalige Spieler Tadeus Boch gelangt in Baden-Baden in den Besitz einer mysteriösen Spielkarte aus einem vergangenen Jahrhundert. Alsbald gerät er in einen Strudel unvorhergesehener und mysteriöser Ereignisse, in dessen Zentrum die uralte Karte zu stehen scheint. Die Rede ist von einem Fluch. Was hat es mit ihr auf sich? Wer erschuf sie? Gibt es noch weitere? Wo könnte man sie finden? Dafür interessieren sich viele, und bald wird Tadeus gejagt, während er versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Plötzlich steigt der Einsatz: Es ist nicht weniger als sein eigenes Leben.



Als ich dieses Buch gesehen habe, wusste ich, das wird mein erster „Markus-Heitz“ sein, denn ich muss leider gestehen, dass ich ihn zwar kannte, aber noch keines seiner Bücher bis dato gelesen hatte. Das Erste, was mir bei dem außergewöhnlichen Cover auffiel, war der Totenkopf, der mich provokant aus dem Pik heraus anzustarren schien. Der Klappentext verstärkte den Wunsch noch, der Geschichte und den Geheimnissen dieser ungewöhnlichen Karten auf den Grund zu gehen.
Auch wenn Thriller jetzt nicht gerade zu meinen Favorites zählen, so hat mich der Autor von Anfang an absolut in seinen Bann gezogen.
Sein Schreibstil ist wirklich genial. Er passt sich sprachlich so authentisch an die einzelnen Situationen an. Er transportiert damit nicht nur Stimmungen, sondern auch Zeitgefühl. Ich weiß nicht, ob das das treffende Wort ist, aber gerade die Textpassagen, die im Leipzig zu Goethes Zeit (und teils mit Goethe selbst) spielten, haben mich besonders fasziniert. Sowohl die Dialoge als auch die Rahmenerzählung war so harmonisch in den historischen Kontext eingepasst, dass ich das Gefühl hatte, zwischen den zeitversetzten Handlungsebenen zu springen. Mit seinen Worten kreiert Markus Heitz eine unglaubliche Atmosphäre, die mich mitgezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen hat.
Die Haupt- und Nebenfiguren sind allesamt sehr eigen. Für keine dieser Personen konnte ich wirklich Sympathien entwickeln, denn jede von ihnen hatte irgendwas Niederträchtiges an sich, das im Laufe der Zeit irgendwie zum Vorschein kam. Leben und Tod, Gut und Böse, all das steht in diesem Roman sehr nah beieinander und die Abgründe der menschlichen Psyche, wie leicht man sie verführen kann, werden sehr plastisch und überzeugend dargestellt. Auch wenn zum Ende ein paar kleinere Fragen (wirklich kleine Spitzfindigkeiten) offen blieben, muss ich gestehen, dass ich absolut begeistert bin.
Die Handlung ist sehr gut recherchiert und im Anhang erklärt Markus Heitz, warum er das Thema der Karten gewählt hat und gibt einen kurzen historischen Exkurs zur Geschichte des Kartenspiels, was mir persönlich wirklich sehr gut gefallen hat.



Markus Heitz ist wahrlich ein Meister auf seinem Gebiet. Er konnte mich absolut überzeugen und ich habe das Buch verschlungen. Eine Geschichte voller Spannung, unerwarteter Wendungen, Verschwörungen und Geheimnissen. Immer wieder stellte ich mir die Frage, auf welcher Seite würde ich stehen, wie weit würde ich gehen und hätten die Karten womöglich auch diese Anziehungskraft auf mich?

Ein absolutes Must-Read für Thriller-Fans.




Samstag, 22. April 2017

Lesetipp - Rezension zu Elaine Winters "Das Geheimnis von Chaleran Castle"


Seiten: 264
Preis:  6,99€ (Ebook)
Erschienen: 04/2017
Genre: Belletristik
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Eine Burg voller Geheimnisse. Ein schottischer Clan. Eine dramatische Familientragödie.
Ein spanischer Obsthof um 1900: Als ein äußerst attraktiver und zuvorkommender Schotte Zitronenbäume kaufen will, verliebt sich Sofia, die Tochter des Obstbauern, mit Haut und Haaren in ihn. Sie muss jedoch gegen ihre Gefühle kämpfen, denn ein Zusammensein ist ausgeschlossenen. Logan ist bereits verlobt und wird nach seiner Rückkehr in die Heimat heiraten. Doch dann sorgt eine Mondscheinnacht für weitreichende Konsequenzen ...
Schottland, 2016: Reisejournalistin Felicia ist begeistert, als sie für ein Magazin einen Bericht über Schottland schreiben soll. Sie liebt die raue Natur dort und zur Isle of Skye spürt sie sofort eine tiefe Verbundenheit. Doch als Amelia Chaleran, die Besitzerin ihrer Unterkunft, ihr für die Recherche eine Holzschatulle mit Briefen und Tagebuchaufzeichnungen ihrer Vorfahren anvertraut, stößt Felicia auf eine schmerzliche Familientragödie, die sie zutiefst schockiert.




Dieses Buch musste ich lesen, denn das Titelbild und auch der Klappentext haben mich direkt angesprochen. Viele wundervolle Erinnerungen wurden wachgerufen, da ich bei meinem ersten Schottland-Trip sowohl die Isle of Skye als auch Eilean Donan (das Schloss auf dem Titelbild) besucht habe. Voller Neugier hab ich mich auf den Roman gestürzt und bin mit Felicia erneut nach Schottland gereist und habe durch ihre Augen sehr viel Neues und Spannendes kennengelernt. Ein paar ihrer Erlebnisse konnte ich aus meiner eigenen Erfahrung nachempfinden, wie zum Beispiel ihre Mary Kings Close-Tour durch Edinburghs Old Town unterhalb des heutigen Edinburghs.
Die Erzählung ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt. Im Haupterzählstrang erleben wir, wie die junge Felicia für ihren Arbeitgeber nach Schottland reist, um für ein Reisemagazin touristische Geheimtipps auszugraben. Auf Skye, ihrem ersten Anlaufpunkt, mietet sie sich auf Chaleran Castle ein, freundet sich mit den Besitzern an und kommt dabei einem großen Familien Geheimnis auf die Spur. Der zweite Handlungsstrang spielt Anfang der zwanziger Jahre (hier ist ein kleiner Fehler im Klappentext, denn dort wird um 1900 erwähnt) in Spanien. In diesen Sequenzen aus der Vergangenheit wechselt die Erzählform und wir erleben die Geschichte von Sofia und Logan mal aus Tagebucheinträgen, Briefen und aus Sofias Erzählungen.
Sprachlich entführt Elaine Winter ihre Leser äußerst detailreich und bildgewaltig, ohne dabei anstrengend oder zäh zu werden. Die Handlung ist abwechslungsreich und man taucht in die wundervolle Welt Schottlands und deren Menschen ab. Der typische Charme der rauen Insel und ihrer herzlichen Menschen, die Geheimnisse und Mythen, die sich um dieses Land ranken, werden wirklich wundervoll dargestellt. Der einzige Kritikpunkt meinerseits (neben dem Fehler im Klappentext) ist, dass ich die Handlung sehr schnell durchschaut hatte und mir der Lösungsweg dann ein bisschen langatmig vorkam. Dennoch muss ich sagen, dass mich das Land und die Beschreibungen so fasziniert haben, dass ich das Buch dennoch wirklich sehr gerne gelesen habe.





Ich liebe Schottland und dieses zauberhafte Buch hat mich für ein paar wundervolle Lesestunden dorthin entführt. Auch wenn die Geschichte für mich ein wenig geheimnisvoller hätte sein können (das Geheimnis war leider ziemlich früh zu erkennen, wobei der Weg dorthin dennoch interessant war), kann ich dieses Buch wirklich ans Herz legen. Wer Familiengeschichten liebt, ist hier gut aufgehoben. Ich habe jetzt wieder den schmerzhaften Wunsch, die High- und Lowlands zu besuchen und werde sicher erneut auf Skye haltmachen und vielleicht auch nach dem ein oder anderen von Felicias Reisetipps suchen.




Freitag, 21. April 2017

Kinderbuch-Lesetipp - Rezension zu Karen-Susan Fessels "Frieda Fricke - unmöglich!"

Verlag: Kosmos
Seiten: 192
ISBN: 978-3440152867
Preis: 9,99€ (Print)
Erschienen: 02/2017
Genre: Kinderbuch
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Frieda Fricke ist einfach unmöglich! Finden manche Erwachsene. Frieda findet das gar nicht. Sie sagt halt, was sie denkt. Und sie denkt genauso schnell, wie sie rennen kann! Das ist auch gut so, denn Frieda lebt bei ihrer Tante Siggi, zusammen mit sechs Milchkühen, ihrem Hund Lupo, der tüdeligen Tante Emmi. Tante Siggi wird das alles ein bisschen zu viel. Da müssen Frieda und ihre Freunde sich etwas einfallen lassen. Zur Not auch mit Hilfe der nervigen Nora-Lynn und von Mitja, dem Schnösel aus der doofen Großstadt!




Wir haben diese Geschichte für eine Leserunde gelesen. Meine Tochter Helena war sofort vom Cover begeistert, denn sie liebt Kühe und sie wollte direkt wissen, was für eine Rolle die in der Story haben.
Jeden Abend haben wir es uns in ihrem Bett gemütlich gemacht und sind in die Bauernhofwelt von Frieda Fricke vom Außendeich abgetaucht. Sie lebt als Waise bei ihrer Tante und Großtante, hat sechs Kühe und bringt am liebsten ihren Lehrer um den Verstand. Die einzelnen Figuren, die die Autorin sehr liebevoll gestaltet hat sind allesamt lustig und irgendwie eigen. Es geht um Vorurteile, Freundhaft und Hilfsbereitschaft. Die Handlung besticht weniger durch viel Abenteuer und Action, sondern viel eher durch die Macht und Stärke, die man entwickelt, wenn man zusammenhält.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut vorlesen. Mir gefällt besonders gut, wie der Norddeutsche-„Slang“ verarbeitet wurde. Dank Frieda wissen wir jetzt was ein Husmannhus ist und warum es gute Stube heißt. Wir mochten die comicartigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen sehr gerne, auch wenn ein paar mehr das Buch sicher noch interessanter für meine Tochter gemacht hätten. Helena geht noch in den Kindergarten, aber sie freut sich schon riesig auf die Schule. Das Buch ist ideal für erste Leseversuche, aber auch zum Vorlesen, auch wenn Kinder, die noch nicht in die Schule gehen, vielleicht manche Dinge nicht so ganz nachempfinden können.




Wir hatten wirklich viel Spaß beim Lesen. Das Leben von Frieda und ihren Freunden mit den Kühen auf dem Außendeich ist wirklich etwas Besonderes und lehrt die kleinen und großen Bücherwürmer, wie wichtig es ist, dass man sich beisteht und zusammenhält. Es geht um Vorteile, Respekt und Freundschaft, alles Dinge, die unser Leben so viel leichter machen können.




Donnerstag, 20. April 2017

Lesetipp - Rezension zu Björn Berenz' "Ach du dickes Ding"


Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 400
ISBN: 978-3404174867
Preis: 10,00€ (Print) / 8,49€ (E-Book)
Erschienen: 02/2017
Genre: Humor
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Okay, in einer Nacht- und Nebelaktion ein Nilpferd aus dem Kölner Zoo zu entführen, war vielleicht nicht unbedingt Simons beste Idee. Aber er ist nun mal davon überzeugt, dass in Daisy die Seele seiner verstorbenen Frau wohnt - und kann nicht zulassen, dass der skrupellose Zoodirektor das Hippo als Lebendfutter verwurstet! Und so kutschiert Simon jetzt gemeinsam mit Spediteurin Eva und dem buddhistisch angehauchten Tierpfleger Hagen, der ebenfalls an Simons Seelenwanderungstheorie glaubt, ein reisekrankes Nilpferd quer durch Europa. Ziel: ein Nationalpark in Kenia. Aber wie soll man so ein Vieh bloß unerkannt nach Afrika bringen - wenn gleichzeitig die Polizei, eine rumänische Diebesbande und die Mafia hinter einem her sind?




Dieses Buch hat mich wegen seinem sehr skurrilen und humorvollen Klappentext neugierig gemacht. Das Titelbild passt zwar sehr gut zum Inhalt, konnte den Cover-Gollum in mir aber nicht so recht reizen.
Der Einstieg war recht einfach, denn die Sprache, die der Autor verwendet ist recht einfach und spritzig gehalten, mit einigen Wortspitzen durchzogen und liest sich recht flüssig. Auch die Szenen- und Personenbeschreibungen stellen jetzt keine größeren Probleme dar.
Die Charaktere fand ich recht gelungen. Simon, der den Tod seiner Frau nicht verwunden hat, seine Mutter, die irgendwie das nicht akzeptieren will, da er zu jung ist den Kopf in den Sand zu stecken. Dann Hagen, der durchgeknallte Tierpfleger, und nicht zuletzt das Nilpferd, das die Reinkarnation von Simons verstorbener Frau sein soll und unbedingt zurück nach Kenia gebracht werden muss.
Ihr seht schon, lauter Figuren und Situationen, die einiges an Turbulenzen und Action versprechen.
Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, es war kurzweilig und hat mich recht gut unterhalten, auch wenn ich mir ein wenig mehr Witz erhofft hatte und immer wieder auf den Wow-Effekt wartete.




Lust auf einen humorvollen Road-Trip der anderen Art? Begleitet von einer irgendwie durchgeknallten Reisegruppe? Dann seid ihr hier absolut richtig. Der Autor hat einen lustigen Roman geschrieben, der mir einige Lacher entlockt und einige kurzweilige Lesestunden bereitet hat. Absolut lesenswert für Freunde lustiger Romane.




Harry Potter - Delivery Owl