Donnerstag, 16. März 2017

Das angemessene Darunter: Die Unterwäsche der viktorianischen Dame + Gewinnspiel - Releaseparty zu "Wolfsblues" und "Die Reise des Karneolvogels 2"


Herzlich willkommen meine Lieben,
heute haben wir einen besonderen Exkurs für euch.
Wie ihr vielleicht wisst, spielt die Geschichte "Die Reise des Karneolvogels" in der viktorianischen Zeit. Nicht nur politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich war diese Zeit etwas ganz Besonderes.

Heute wollen wir euch ein wenig mehr über die Mode der damaligen Zeit erzählen, eigentlich die Unterwäsche um genau zu sein.
Während wir heute eher auf Bequemlichkeit und Funktionalität, okay, in vielen Fällen auch auf den Reiz, den die Wäsche das Gegenüber ausübt, Wert legen, haben die Damen Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts einen weitaus größeren Aufwand betrieben.

Die zauberhafte Jeanette Lagall hat euch hierzu mal ein paar Fakten und Informationen zusammengetragen.

Das angemessene Darunter : Die Unterwäsche der viktorianischen Dame 


Die Unterwäsche der viktorianischen Dame war eine aufwendige Sache, weswegen ich ihr heute ein wenig Beachtung schenken möchte.
Zum Unterwäsche-Standard gehörten Chemise, Korsett, Camisole, Unterhosen und Unterröcke.

Vergleichsweise neu: Die Drawers 


Als erstes schlüpfte die Dame in die Drawers, die Unterhosen. Während zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Frauen normalerweise keine Unterhosen getragen wurden, änderte sich das Mitte des 19. Jahrhunderts schlagartig. Doch dann kam die Krinoline (Reifrock) auf, die deutlich windanfälliger war als die bisherige Mode, weswegen zum einen ein Wärmespender, zum anderen ein Sichtschutz bei Hochfliegen der Röcke benötigt wurde. So entstand (zumindest für die Damen der Oberklasse), die Notwendigkeit, etwas „darunter“ zu tragen. Arbeiterinnen begnügten sich noch bis ins 20. Jahrhundert mit lediglich der Chemise als Unterwäsche.

Quelle: Garments for Girls pages 125-127
Die ersten Damenunterhosen waren noch lange, recht schlichte Baumwoll- oder Leinenhosen, die einfach gerade herunterhingen und aus praktischen Gründen im Schritt offen waren.
Erst ab ca. 1870 wurden die Hosen auf Knielänge gekürzt und mit Bändern unter den Knien und in der Taille zusammengebunden. Gut 20 Jahre später gab es dann auch kürzere, pluderige Höschen. Allerdings war bis dahin alles noch unten offen. Erst gegen Ende des viktorianischen Zeitalters (1837 bis 1901) schloss sich auch der Schritt der Unterhosen.

Der Klassiker: Die Chemise 


Quelle: Pinterest
Nachdem die Drawers an allen strategischen Stellen festgebunden waren, folgte die Chemise, eine
Art Hemdkleid aus weißem Leinen oder weißer Baumwolle.

Ein sehr praktisches Kleidungsstück, denn zum einen schützte es die Haut vor dem Wundscheuern am Korsett und zum anderen vor dem rauen Stoff des eigentlichen Kleides. Doch die Chemise diente auch zum Schutz der Kleidung selbst, denn sie vermied den direkten Hautkontakt und sorgt so dafür, dass die Kleidung länger sauber blieb.

Ab 1870 kamen auch sog. Hemdhosen in Mode, eine Kombination aus Unterhose und Chemise.

Die Berühmtheit schlechthin: Das Korsett 


Quelle: Pixabay
Über die Chemise wurde das wohl berühmteste Kleidungsstück gezogen: Das Korsett.

Dabei war es nicht notwendig, das Korsett jeden Tag frisch zu schnüren. Es hatte vorne Haken und konnte bequem auf- und wieder zugehakt werden. Die berühmten Ohnmachtsanfälle wegen zu eng geschnürtem Korsetts kamen durchaus vor, aber es war bei Weitem nicht so, dass sich alle Damen auf ein Minimum an Taille zusammenschnürten.
Wie bei allen Moden gab es auch im viktorianischen England Fashion Victims und andere, die nicht jedem Trend hinterherliefen.

Gerade gegen Ende der viktorianischen Ära ließen manche Frauen das Korsett sogar ganz weg.

Noch ein Klassiker: Der Unterrock 


Solange es Kleider gibt, gibt es eigentlich auch schon Unterröcke. Ob nur einer oder gleich mehrere übereinander getragen wurden, hing von der jeweiligen Mode oder Jahreszeit ab. Je aufwendiger die Kleider wurden, desto wichtiger wurde auch der Unterrock, der neben seiner wärmenden Funktion dem Kleid auch mit die Form gab. Bevor die Krinoline auf den Plan trat, wurden beispielweise eine Menge gestärkte Unterröcke übereinander getragen, damit der Rock Form bekam. Als es dann Reifröcke gab, wurde oftmals ein Unterrock unter der Krinolinenkonstruktion getragen und einen darüber, um das hässliche Stahl-/Walknochenkonstrukt zu verbergen. Dieser zweite Rock schaute auch oftmals unter dem eigentlichen Kleid hervor und wurde daher gerne mit Rüschen oder Stickereien verziert. Mit den 1890ern wurden die Röcke dann wieder sehr schmal, eine Unterkonstruktion gab es nicht mehr und sogar ein normaler Unterrock hätte zu stark aufgetragen. Daher wurden oftmals steife Seidenunterröcke darunter getragen.

Der krönende Abschluss: Das Camisole


Quelle: Pinterest
Das Camisole, Hemdröckchen oder auch corset cover, muss man sich etwa so vorstellen wie eine taillierte, ärmellose oder kurzärmelige Bluse. Sie wurde über dem Korsett getragen, um das Kleid vor der Reibung an dem Korsett zu schützen und gleichzeitig das Korsett davor zu bewahren durch beständiges Reiben an dem Kleid beschädigt zu werden.

Verständlich, da damals sowohl die Oberbekleidung als auch das Korsett teure Anschaffungen waren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen Camisolen auf, die durch besonders viele Rüschungen und speziell gestärkte Stofflagen eine größere Oberweite vortäuschten als tatsächlich vorhanden war.

Und was macht das in Summe? 


Wenn man all diese Unterwäschebestandteile zusammenrechnete, kam man, je nach Ausführung, auf ein Gewicht von bis zu 3 kg. Nur für Unterwäsche. Jetzt fehlte nur noch die nach außen sichtbare Kleidung. Also Rock und Mieder, Strümpfe und Schuhe, ein Mantel oder Schultertuch, eine angemessene Kopfbedeckung sowie Schmuck. Es war also durchaus nicht ungewöhnlich, dass eine viktorianische Dame bis zu 10 kg an Kleidung mit sich herumtrug.


Stellt euch mal vor, ihr müsstet mit bis zu 3kg Unterwäsche herumlaufen. Alleine, bis man das alles angelegt hat und wie sperrig das gewesen sein muss. Unglaublich, was man damals alles gemacht hat, um gut auszusehen.

Danke liebe Jeanette für diesen spannenden Einblick unter das Kleid der viktorianischen Dame von Welt. Wenn ihr Lust habt, mehr über Jeanette zu erfahren, könnt ihr hier das Interview nochmal nachlesen.

Wenn ihr noch mehr solcher spannenden Themen nachlesen wollt, dann schaut doch in die Veranstaltung auf Facebook. Es gibt tolle Beiträge und einige Gewinnspiele.





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Ihr bekommt ein Los, wenn ihr meine Frage in den Kommentaren beantwortet und ein weiteres, wenn ihr Follower unseress Blogs seid.
Das Gewinnspiel läuft bis zum 20.3.17 23.59 Uhr.
Die genauen Teilnahmebedingungen findet ihr hier.

Ich würde gerne von euch wissen:

Was denkt ihr über die vielen Lagen, die Frau damals drunter trug? Findet ihr das toll oder zu aufwendig? Was glaubt ihr waren die größten Probleme, die sich den Frauen beim Anziehen damals stellten?


Wir wünschen euch viel Glück und hoffen, ihr hattet genauso viel Spaß wie wir.

Kommentare:

  1. Hallo
    Erstmal ust es sehr interessant, es die Frauen auf sich nehmen. Aber musste man soviel drunter tragen. Da hätte die Unterhose und vielleicht ein Korsett gereicht damit oben alles schön sitzt. Für mich wäre das zu sehr aufwendig. Beim Korsett kann ich mir wohl vorstellen, das es da die meisten Probleme gab. Es musste ja alles fest geschnürrt werden. Aber wie man sieht verändert die Zeit vieles, da bin ich schon sehr froh darüber. Hoch lebe die geliebte Jeans ;)

    LG Stefanie

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  2. Hallo, kaum zu glauben wieviel die Frauen drunter getragen haben. Bis zu 10 Kilo, unglaublich und sehr aufwendig. Im Sommer hat Frau sicherlich fürchtlich geschwitzt. Gruss Steffi

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    1. Herzlichen Glückwunsch, liebe Steffilein.
      Du hast gewonnen :-) Entschuldige die Verspätung, aber durch die Messe ging das etwas unter. Schick mir bitte deine Adresse, damit das Päckchen zu dir auf den Weg gehen kann.
      Liebe Grüße
      Martina

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