Donnerstag, 25. Mai 2017

Romancewoche - Interview mit Aurelia Velten - "Gekittete Herzen"



Herzlich willkommen zu Tag 4 der #Romancewoche.
Am Montag wurde der Startschuss zu diesem großartigen Online-Event gegeben und mittlerweile haben wir schon so viele tolle Autorinnen kennengelernt, Interviews gelesen und Lesungen live erleben dürfen.

Heute ist es uns eine Ehre, euch das Interview mit der zauberhaften Aurelia Velten präsentieren zu dürfen.

Die liebe Sharon und ich haben uns ein paar Fragen überlegt und der geduldigen und äußerst charmanten Autorin Löcher in den Bauch gefragt. Aber lest selbst:


Hallo Aurelia, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, an der Romancewoche teilzunehmen und dich unseren Fragen zu stellen. ;)

Herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Erfolg. Deine Boston Berserks sind eingeschlagen wie eine Bombe. Wenn ich mir die Zahlen auf amazon.de anschaue, kannst du mit Recht stolz auf deine Berserks sein. Durchschnittlich 4,6 - 4,9 Sterne von möglichen 5. Ich würde sagen, du hast mit deinen Jungs voll ins Schwarze getroffen. Wie wichtig sind dir die Leserstimmen und wie reagierst du auf eine negative Bewertung? (Sharon)

Erst einmal vielen, vielen Dank, ich werde ja schon ganz rot! Es freut mich natürlich unendlich, dass die Berserks so gut bei den Lesern ankommen – Schreiben ist meine Leidenschaft, aber durch die Rückmeldung der Leser macht es sogar noch mehr Spaß. Dementsprechend sind mir die Leserstimmen auch sehr wichtig und ich versuche, von ihnen zu lernen und mich immer weiter zu verbessern.
Aus negativen Bewertungen kann man genauso lernen wie aus positiven, sofern bestimmte Dinge, die gut oder schlecht gefallen haben, explizit benannt wurden. Trotzdem tun negative Rezensionen natürlich weh, das will ich gar nicht schönreden, schließlich sind die Figuren für einen Autor meist wie Freunde und das Buch hat viel Arbeit, Herzschmerz und Zeit gekostet. Also liest man die schlechten Rezis, versucht Kritik herauszufiltern und daraus zu lernen. Danach aufstehen und weitermachen, wie bei allem im Leben.

Du bist 1993 in Süddeutschland geboren und aufgewachsen; sprich, du bist noch recht jung. Wolltest du schon immer Autorin werden und Geschichten schreiben oder hattest du als Kind einen anderen Berufswunsch? (Martina)

Als Kind hatte ich viele Berufswünsche. Alles von Schmied, Arzt und Schauspieler war dabei. Aber als das Geschichten schreiben anfing, war es mein geheimer Wunsch, später hauptberuflich als Autor leben zu können.
Umso mehr Erfahrungen ich mache, desto mehr Berufe gefallen mir allerdings. Das Schreiben werde ich nie lassen können, aber ich hätte auch gern mal ein Café, eine Bar, eine Buchhandlung …

Welche Bücher haben dich während deiner Kindheit/Jugendzeit begleitet und welche Autoren haben es dir besonders angetan und dich geprägt? (Martina)

Am meisten geprägt haben mich wohl Susan Elizabeth Phillips und Rachel Gibson, weil ihre Bücher die ersten Sportler-Liebesromane sind, die ich gelesen habe. Wie man an meinen Berserks sieht, hat mir dieses Genre sehr gut gefallen ;)
Ansonsten habe ich noch ein Faible für Paranormal Romance, da habe ich früher Lara Adrian und Christine Feehan gelesen, heute aber hauptsächlich Kresley Cole – sie bewundere ich unendlich für ihre ungewöhnlichen Ideen und den tollen Humor.

Die nächste Frage beinhaltet gleich zwei Fragen (: Hast du gewisse Rituale beim Schreiben bzw. brauchst du irgendetwas ganz dringend zum Schreiben? (Martina)


Rituale nein, aber ich brauche ein gewisses Grundsetting, wenn was Sinn macht. Ruhe, damit ich in der Geschichte versinken kann und nicht abgelenkt werde, und oft höre ich noch Musik, die von der Stimmung her zum Buch passt. Weil ich eine Naschkatze bin, gibt es ab und an auch noch etwas zum Knabbern. Das ist aber kein Muss im Gegensatz zu Cola und/oder Kaffee, weil ich wegen meines Ruhebedürfnisses oft nachts schreibe.

Was wäre die Lieblingsschlagzeile, die du gerne über Dich in der Zeitung lesen würdest? (Martina)

Oje, da habe ich keine Ahnung. Ich habe das Schreiben in meinem Umfeld sehr lange versteckt, daher ist mir so etwas Öffentliches wie ein Zeitungsartikel noch nie in den Sinn gekommen.

Wir könnten dich noch ewig über dein Leben ausfragen, aber dann würden wir unter Umständen ja nichts von deinen Büchern erfahren. (:
Fangen wir doch mal bei Grace und Trent an... Nein, fangen wir doch ganz anders an. (: Woher kam die Inspiration, mehrere Stories über Basketballspieler zu schreiben? (Sharon)

Ich denke, das ist tatsächlich Susan Phillips und Rachel Gibsons Schuld :P Mich hat das Konzept mit immer wiederkehrenden Figuren, aber abgeschlossenen Einzelbänden so gut gefallen, dass ich das auch machen wollte. Es entsteht dadurch eine eigenen kleine Welt innerhalb der Reihe, das gibt einem auch sehr große kreative Freiheit und man kann kleine Insider(witze) bzw. Hinweise einbauen und fragt sich, ob die Leser es bemerken.
Und seit ich mein erstes NBA-Spiel gesehen habe, bin ich hin und weg von dem Sport (mein Gott, können die hoch springen, und wie schnell und wendig!), so wurde es dann eine Basketballreihe.

Die nächste Frage ist eine, die Martina und mich brennend interessiert... (: Sind alle deine Charaktere rein fiktiv oder findet sich in dem ein oder anderen womöglich jemand aus deinem Umfeld wieder? Bzw. viele Autoren nehmen bekannte Vorbilder als Vorlage für ihre Geschichten, um den Lesern ein bestimmtes Gesicht, einen bestimmten Körper oder bestimmte Wesenszüge in den Kopf zu zaubern. Machst du das auch? (Sharon & Martina)

Jein. Bestimme Charaktereigenschaften der Figuren finde ich in mir selbst wieder wie z.B. gerne zu kochen oder impulsiv zu sein, oder den Sarkasmus. Allerdings hat eine Figur immer nur eine Kleinigkeit von mir, über mich selbst will ich schließlich kein Buch schreiben.
Ein bekanntes Gesicht als Vorlage habe ich bisher nur bei einer einzigen Figur gehabt – in meinem Kopf sah Marc schon immer aus wie eine jüngere Version des Schauspielers Eric Dane. Aber am schönsten ist es doch, wenn jeder sich aufgrund von Beschreibungen selbst ein Bild machen kann, jeder hat seine eigene Fantasie. :)

Grace & Trent, Emily & Mikhail, Joanna & Javier, Nigel & Amber, James & Diana, Honey-Blue & Timothy und natürlich seit März mit dabei Ella & Marc, alle haben ihre eigene wundervolle Geschichte und mir haben es besonders Emily & Mikhail und James & Diana angetan. Sind dir alle Paare gleichwichtig oder gibt es da doch einen Favoriten? (Sharon)

Ich liebe diese Frage! Jedes Mal will ich sagen: „Nein, ich mag alle Paare gleich“. Dann fange ich an, darüber nachzudenken und mir fallen zu jedem Paar Kleinigkeiten ein, warum ich dieses besonders mag. Immer wenn ich zu dem Schluss komme, dass ich die zwei vielleicht doch am meisten mag, fällt mir zu den anderen wieder ein Detail ein.
Also nein, alle Paare sind auf ihre eigenen Art sehr wichtig für mich. Zum Beispiel: Mit James und Diana habe ich einen Todesfall (ja, Krebs) in der Familie verarbeitet, an Javier und Joanna liebe ich die Intensität dieser Liebe, die immer droht, sich irgendwie zu entladen, bei Mikhail und Emily hat es mir die Engelsgeduld angetan, die Mikhail mit ihr hat, denn kann ich selbst sehr ruhelos sein. Und so kann ich immer weiter erzählen. =D

Bereits im fünften Teil deiner Reihe war etwas von Ella und Marc zu lesen, warum kamen erst noch Honey-Blue und Timothy dazwischen? Warum erschien die Geschichte zu Ella und Marc erst jetzt? (Sharon)

Schwierig. Meine Muse bzw. meine Buchfiguren haben ihren eigenen Willen (klinge ich jetzt verrückt? ;) ), manchmal drängelt sich ein Paar vor, weil ich ständig Szenen aus ihrer Geschichte im Kopf habe, also kommt das zuerst dran. Timothy und Honey-Blue habe ich vermutlich gebraucht, weil ich wieder etwas Glücklich-sein benötigt habe, nachdem mich die Geschichten rund um den Unfall und James‘ Krebserkrankung so mitgenommen hatten.
Ellas und Marcs Geschichte ist auch sehr aufreibend, vielleicht kam sie deswegen erst jetzt. Geplant war das aber nicht.

Deine Mädels aus den Büchern könnten eigentlich nicht unterschiedlicher sein. Da steckt doch sicher ziemlich viel Recherchearbeit dahinter, wenn ich mir überlege, dass die eine Physikerin ist und die andere Krankenschwester. Wie viel Zeit brauchst du, bis du wirklich glücklich mit deinen Mädels bist, die deinen Berserks den Kopf verdrehen? (Sharon)

Ja, Recherche-Arbeit darf man nicht unterschätzen, allerdings kann ich nicht sagen, wie lange ich je Figur brauche. Oft ist die Recherche dazwischen geschoben, passiert also nebenher. Rund um den Unfall war natürlich besonders viel Recherche nötig, um die Verletzungen und den Genesungsweg gut beschreiben zu können, da hatte ich mehrere Sitzungen mit Ärzten, einer Krankenschwester und Krebspatienten. Das sind natürlich einige Stunden gewesen.

Du hast bereits sieben Pärchen ins Leben gerufen, werden da noch mehr kommen? Bzw. arbeitest du gerade an einem weiteren Berserks-Paar? (Sharon)

Es kommen noch mehr. Aktuell habe ich noch Geschichten für mindestens vier Spieler und für vier andere Männer aus der Berserks-Welt im Kopf. Während ich die schreibe, fallen mir bestimmt noch weitere ein.

Vielen lieben Dank für deine Zeit Aurelia und wir hoffen, dass unsere Fragen dir gefallen haben und du genauso viel Spaß hattest wie wir, als wir diese zusammengestellt haben. Wir wünschen dir auch weiterhin so viel Erfolg mit deinen Sportlern und freuen uns auf weitere tolle Geschichten aus deiner Feder. (:

Sharon & Martina



Vielen, vielen Dank, Ihr zwei, dass Ihr euch die Mühe gemacht habt! Ich freue mich, dass Euch meine Bücher gefallen und bin gespannt auf die Romance-Woche mit Euch!

Liebste Grüße,
Lia



Neugierig geworden? Die wundervolle Geschichte, die direkt ins Herz geht, bekommt ihr hier.

Meine ausführliche Rezension zu "Gekittete Herzen" findet ihr hier.

Montag, 22. Mai 2017

Lesetipp - Rezension zu Aurelia Veltens "Gekittete Herzen"


Titel: Gekittete Herzen (Boston Beserks7)
Verlag: Hippomonte
Seiten: 352
ISBN: 978-3946210078
Preis: 13,99€ (Print) / 2,99€ (Ebook)
Erschienen: 03/2017
Genre: Romance
Kaufen kannst du es hier


Vor fünf Monaten floh Ella Rossi aus Boston mit gebrochenem Herzen und allerhand Selbstzweifeln im Gepäck. Zu Hause warten nur ein Medienskandal und Freunde, die sie plötzlich verachten. Das hat man wohl davon, wenn man mit einem Profisportler wie Marc Dean zusammen ist. Obwohl er Mist gebaut hat, liegt die Schuld in den Augen aller bei Ella.
Um ihr geliebtes Café weiterzuführen, kehrt sie schließlich zurück und muss schnell feststellen, dass sich ihr Leben komplett gewandelt hat. Manche Dinge ändern sich jedoch nie: Marc hat es sich in den Kopf gesetzt, alles wiedergutzumachen.
Als seine Freunde Wind davon bekommen, was vor fünf Monaten wirklich passiert ist, stehen sie hinter Ella und machen Marc das Leben schwer. Einst hätte Ella das sicher nicht so sehr genossen, aber genau das ist es gerade sowohl sie als auch Marc sind nicht mehr dieselben wie früher ...



Dieser Roman war meine erste Beserks-Erfahrung und das erste Buch von Aurelia Velten überhaupt, das ich gelesen habe, und ich bin mir sicher, es wird nicht das letzte sein.
Das Cover war (nachdem ich die Geschichte kannte) zwar passend, aber hätte mich jetzt nicht zum Lesen verleitet, dennoch bin ich froh, dass mich die Optik nicht zurückgehalten hat und ich mich auf diese tolle Story eingelassen habe.
Der Schreibstil von Aurelia Velten ist flüssig und angenehm. Man kommt leicht in die Handlung rein und kann sich die Situationen und Figuren sehr gut vorstellen. Da ich keinen weiteren Teil der Beserks-Reihe kenne, hatte ich keine Vorkenntnisse die Figuren betreffend (ich bin also ganz unvoreingenommen an Marc herangegangen). Ella ist super, sie ist sympathisch und ich habe absolut mit ihr mitfühlen können. Marc war schon etwas schwieriger, denn sein Charakter hat mich manchmal ziemlich gefordert und genervt. Mir hat gefallen, wie die Autorin die zerbrochene Liebe und deren Ursachen geschildert hat, wie sie verdeutlicht hat, wie sehr beide unter den Verletzungen leiden, und wie schwer es ist, neues Vertrauen aufzubauen. Auch wenn mich die Geschichte wirklich gut unterhalten hat und ich die Handlung recht gelungen fand, hat mir doch in manchen Situationen ein wenig mehr Pepp gefehlt. Die Handlungsbogen hätten das ein oder andere Mal gerne noch etwas schwungvoller gezogen werden können, doch das ist jammern auf hohem Niveau.



Ein wirklich schöne Liebesgeschichte, die nicht nur die Glücksmomente einer Liebe beleuchtet, sondern auch zeigt, wie schmerzhaft sie sein kann und wie wichtig Vertrauen ist. Ich hatte wirklich sehr emotionsgeladene und unterhaltsame Lesestunden mit Ella und Marc und bin neugierig auf die anderen Beserks und ihre Liebesgeschichten. Klare Leseempfehlung für Romance-Fans, besonders für diejenigen, die heiße Sportler mögen.




Freitag, 19. Mai 2017

Lesetipp - Rezension zu Jürgen Seidels "Das Mädchen mit dem Löwenherz"

Titel: Das Mädchen mit dem Löwenherz: Ein Thriller aus der Zeit Martin Luthers
Autor: Jürgen Seidel
Verlag: cbj
Seiten: 384
ISBN: 978-3570159552
Preis: 16,99 € (Print) / 13,99 € (E-Book)
Erschienen: 02/17
Altersklasse: ab 12 Jahre
Kaufen kannst du es hier


Die ganze Welt ist voller Wunder
Als die 13-jährige Anna das erste Mal ins Visier der Mächtigen gerät, weiß sie nichts von den Kämpfen, die die katholische Kirche und die Anhänger Martin Luthers zu jener Zeit miteinander ausfechten. Doch Anna ist ein hochbegabtes Waisenmädchen, das über ein absolutes Gedächtnis verfügt, was Geschriebenes angeht. Ein der Reformation zugeneigter katholischer Würdenträger erkennt ihre Begabung. Fortan setzt er sie als Junge verkleidet als Spionin in eigener Sache ein, die den Klerus belastende Dokumente unters Volk bringt. Doch es dauert nicht lange, bis die katholische Kirche ihr auf die Spur kommt und Anna sich inmitten von Intrigen und Verbrechen wiederfindet. Jetzt, so denkt sie, kann ihr nur noch einer helfen: Martin Luther!




Für mich als Geschichtsfreak war dieses Buch ein absolutes Muss! Der erste Eindruck vom Cover überzeugte mich bereits. Schlicht, aber stimmig, ist die Kombination aus dem blonden Mädchen, das nur zur Hälfte auf dem Titelbild zu sehen ist, und der alten Schrift im Hintergrund. Absoluter Eyecatcher ist der purpurne Umhang, der so kräftig hervorsticht, dass man einfach nach dem Buch greifen muss.
Inhaltlich erwartete ich aufgrund des Titels einen Thriller, allerdings überraschte mich die Geschichte diesbezüglich. Als Leser muss einem klar sein, dass es kein klassischer Thriller ist, den wir als Erwachsene erwarten würden. In Anlehnung an die Zielgruppe und der anderen Zeit, in der die Geschichte spielt, kann man jedoch durchaus von einem Thriller ausgehen. Anna führte mich mithilfe ihrer Briefe an Luther durch ihr spannendes und überaus gefährliches Leben und offenbarte sich in dem einseitigen Briefwechsel dem Leser völlig. Selten habe ich eine Protagonistin so tiefgreifend in ihrer Entwicklung begleiten dürfen wie in diesem Buch. Sprachlich hat mich der Autor Jürgen Seidel komplett für sich eingenommen, denn ich liebe Bücher mit einer gehobenen Sprache, die mit Sicherheit der damaligen Zeit sehr nahe kommt. Schwierige Wörter wurden im Glossar erläutert. Wortgewaltig wird Annas Lebensgeschichte in der Ich-Form erzählt, was für mich als Geschichtslehrerin eine tolle Perspektive ist, denn zur damaligen Zeit waren Frauen nicht wirklich viel Wert und man bekommt beim Lesen einen subjektiven Eindruck der gesellschaftlichen Verhältnisse und Lebensumstände, die aus heutiger Sicht undenkbar wären. Die Brutalität des ausgehenden Mittelalters bzw. Beginn der frühen Neuzeit sowie die Skrupellosigkeit der Kirche und der Adligen werden auf eindringliche Weise geschildert, während die Tapferkeit und der Mut von Anna gerade für jüngere Leser eine tolle Botschaft vermittelt. Ein paar kleine Kritikpunkte muss ich an dieser Stelle jedoch einbringen. Der mittlere Teil des Romans ist ein wenig langatmig, dadurch kann der Spannungsbogen nicht aufrecht erhalten bleiben. Zudem hatte ich erwartet, dass die Reformation und Luther ein wenig stärker berücksichtigt werden und der Reformator eine aktivere Rolle in dem Buch spielt. De Facto sind lediglich die Briefe an ihn gerichtet. Inwieweit ihn diese erreichen, berühren oder ihn handeln lassen, geht aus der Handlung nicht hervor.




Ein toller historischer Roman, der gerade für Jugendliche einen anderen Blickwinkel auf einen so wichtigen Teil unserer Geschichte wirft und damit einen großen Beitrag zur geschichtlichen Bildung leistet. Ich habe die fiktive Lebensgeschichte von Anna sehr genossen und bin tief ins 16. Jahrhundert abgetaucht. Der Autor hat einen fantastischen Schreibstil, der trotz seines Anspruchs leicht und flüssig zu lesen ist. Für Fans historischer Romane ein absolutes Muss und auch Jugendlichen ab 12 lege ich dieses gelungene Buch ans Herz.